Chronik unserer Fußball-Abteilung

In der Festzeitschrift zum 75-jährigen Vereinsjubiläum wurde das Gründungsdatum unserer Fußballabteilung so beschrieben:
“Im Jahre 1911 haben sich junge Männer zusammengefunden, die damals Turnspiele betrieben, und eine Fußballabteilung gegründet, die sich bereits ein Jahr später dem Verband der Fußballvereine in Hamburg-Altona und Umgebung anschloß”.

Nur drei Jahre später wurde der kontinuierliche Aufbau der Abteilung durch den 1. Weltkrieg abrupt unterbrochen und kam dann in den vier Kriegsjahren völlig zum erliegen.
Die nachfolgenden wirtschaftlichen Probleme, bestimmt u. a. auch durch die Inflation, ließen einen Neuaufbau vorerst nicht zu.

Die Deutsche Turnerschaft (DT) hatte inzwischen eigene Spielreihen innerhalb der Turnvereine gebildet, denen sich die erst 1923 wieder entstandene Fußball-Abteilung anschloss. Die nachfolgenden Jahre waren recht erfolgreich, da die 1. Herren-Mannschaft mehrfach die Norddeutsche Meisterschaft gewinnen konnte. Höhepunkt war dann 1928 die Teilnahme an den Endrundenspielen um die Deutsche Meisterschaft der "DT" beim Deutschen Turnfest in Köln. (Meister wurde übrigens der Harburger TB 1865 mit einem 1:0 Endspielsieg gegen ATV Leipzig-Paundorf).


Das "Stellinger Stadion" am Sportplatzring

Einweihung 1927

Kurz vor der Eingemeindung nach Altona baute die Gemeinde Stellingen die noch heute existierende Sportanlage am Sportplatzring, mit einem Rasenplatz und zwei Grandplätzen.
Über die weiteren Jahre bis zum 2.Weltkrieg steht außer der Meldung, dass 1933 die Sportverbände neu gegliedert wurden und Fußball unter den Fittichen des neu gegründeten “Reichsbund für Leibesübungen” stattfand, nichts weiter erwähnenswertes in den Vereinschroniken. Dann machte ab 1939 der 2.Weltkrieg einen geregelten Sportbetrieb wieder einmal unmöglich.
Der Neuanfang nach Kriegsende 1945 war beschwerlich und mühsam. Doch zum Glück gab es zu dieser Zeit auch in unserem Verein einige Optimisten, die aus dem Nichts (es fehlte u. a. an Bällen, Sportzeug und Fußballstiefel) etwas zu machen wussten und unter persönlichen Opfern die Arbeit in der Fußball-Abteilung wieder aufnahmen. Dieser Aufbruch ist vor allem mit den Namen Ewald Harnack, Werner Kay, Walter Krumreich, Otto Lackert und Curt Wahn verbunden.


Die 1. Herren-Manschaften nach 1945

Meister in der Saison 1947/1948 und Aufstieg in die Bezirksklasse

Obere Reihe von links:

P. Schwarz, C. Krohn, K. Hafemann, Gerd Carstens, K. Wahn, E. Harnack, W. Kay, H. Heitmann, H. Eckhoff, Trainer A. Hirsch;

untere Reihe von links:

H. Schacht, R. Breiner, Günter Carstens.

 

Gleich nach dem 2. Weltkrieg schaffte die neuformierte Mannschaft zwei Mal den Aufstieg und spielte ab der Saison 1948/1949 in der Bezirksklasse (Germania-Staffel); das war zu jener Zeit immerhin die zweithöchste Spielklasse im Bereich des Hamburger Fußball Verbandes. Unser langjähriger Vereinsvorsitzender und Ehrenvorsitzender Ewald Harnack (auf dem Bild oben der 6. von links in der oberen Reihe) war in dieser Mannschaft überaus erfolgreich als torgefährlicher Mittelstürmer.

Nach zwei Spielzeiten musste dann allerdings schon wieder der Abstieg in die Kreisklasse angetreten werden, die in den folgenden Jahren durch eine Neueinteilung der Klassen wieder zur Bezirksliga (damals dritthöchste Spielklasse in Hamburg) wurde.


Meister in der Saison 1963/1964 und Aufstieg in die Verbandsliga

Obere Reihe von links:

Trainer Werner Neubert, Herbert Ladwig, Horst Renz, Heinz Bossel, Klaus Mohr, Hans-Werner Hansen, Heinz Schäfer, Herbert Necke, Manfred Necke;

untere Reihe von links:

Peter von Possel, Werner Bleuß, Peter Schäfer, Gernot Magdanz, Egon Börger.

Ab der Saison 1958/1959 begann sich eine Mannschaft zu formieren, die in den nachfolgenden Jahren regelmäßig im oberen Tabellendrittel angesiedelt war. Zur Saison 1964/1965 gelang dann der so lange erwartete Aufstieg in die Verbandsliga (Hansa-Staffel), damit war unser Verein endlich wieder in der zweithöchsten Hamburger Spielklasse vertreten.

Immerhin konnte sich die Mannschaft drei Jahre in dieser hohen Klasse behaupten, bis dann nach der Saison 1967/1968 im vierten Jahr doch wieder der Abstieg in die Bezirksliga hingenommen werden musste.


Kreisliga-Vizemeister in der Saison 1979/1980 und über die Aufstiegsrunde in die Bezirksliga

Obere Reihe von links:
Fußball-Obmann Gerhard Eichhorn, Trainer Hans-Jürgen Rudat, Jürgen Schmidt, Joachim Albrecht, Jörg Niedergesäß, Klaus Volke, Frank Laurich, Liga-Obmann Herbert Plamböck, Betreuer Heinz Neumann;

untere Reihe von links:
Joachim Junge, Hannes Detschades, Heino Neumann, Klaus Gubernatis, Karl-Heinz Wegener, Werner Möller, Wolfgang Witkop.

Mit dabei, aber nicht auf dem Foto: Dierk Heidenreich.


Nach Jahren mittelmäßiger Platzierungen, und dem durch eine erneute Aufteilung der Klassen ereilten Zwangsabstieg in die Kreisliga, gelang dann 1980 unter dem langjährigen und beliebten Trainer Hans-Jürgen Rudat der Wiederaufstieg in die Bezirksliga.

Zum Ende der Saison1984/1985 gab Hans-Jürgen Rudat das Traineramt nach fünf recht erfolgreichen Jahren in der Bezirksliga ab, da er seinen Lebensmittelpunkt nach Schneverdingen verlegte.
Leider konnte die Mannschaft in der darauffolgenden Saison den Abstieg nicht verhindern und musste wieder zurück in die Bedeutungslosigkeit der Kreisliga.

 

In den nachfolgenden Jahren bemühten sich dann verschiedene Obleute und Trainer vergeblich um den Aufbau einer aufstiegsfähigen Mannschaft. Unter ihnen auch unser ehemaliger Jugendtrainer Stefan Kohfahl, der als Entdecker und Förderer der Bundesliga- und Nationalspieler Ivan Klasnic (Kroatien) und Patrick Owomoyela (Deutschland) gilt, und sich in den letzten Jahren mit beachtenswerten Erfolgen als Liga-Trainer (wurde in der Saison 2008/2009 mit dem Oststeinbeker SV Staffel-Meister in der Landesliga und Aufsteiger in die Oberliga Hamburg!) im Hamburger Amateurfußball etablierte.


Meister in der Saison 2004/2005 und Aufstieg in die Landesliga

Obere Reihe von links:
Trainer C. Frerix, Maskottchen V. Frerix, Ligaobmann N. Gätgens, R. Werner, M. Iljazi, A. Schadwell, D. Petreck, André Werner,

M. Kiala, D. Cords, P. Hübner, D. Tataw, Axel Werner, M. Schumann;

untere Reihe von links:
M. Köllmann, R. Kialka, A. Blach, M. Hintermayer, D. Jiménez, L. Adusei, J. Ricken, C. Yilmaz;  

liegend: A. Schumann

 

Erst als zur Saison 2000/2001 Fußball-Obmann Norman Gätgens und der neue Trainer Claus Frerix die sportliche Leitung am Sportplatzring übernahmen, ging es wieder kontinuierlich aufwärts mit der Mannschaft. Der Aufstieg in die Bezirksliga wurde 2003 geschafft, nur zwei Jahre später folgte dann der Sprung in die Landesliga. Damit schloss sich vorerst der 1948 angefangene Kreis, waren doch die damalige Mannschaft und jene aus 1964 ebenso in der zweithöchsten Spielklasse des Hamburger Fußball Verbandes vertreten, wie es die 1. Herren zur Saison 2005/2006 wieder vollbracht hatte.

Allerdings war die erste Landesliga-Saison für die Frerix-Truppe dann doch schwerer als allgemein wohl erwartet, denn erst im letzten Punktspiel konnte der Klassenerhalt gesichert werden. Da blieb nur abzuwarten, wie sich die Mannschaft in der 2.Saison - die bekanntlich ja als die schwierigere nach einem Aufstieg gilt - in der Saison 2006/2007 schlagen würde. Leider hatten sich dann zum Saisonende alle Befürchtungen bestätigt, die Mannschaft musste - nach zwei im Grunde sehr schönen Jahren - wieder in die Bezirksliga zurück.

 

Nach dem Abgang einiger Spieler, die durch die Neuzugänge nicht ganz vollwertig ersetzt werden konnten, gab es in der Bezirksliga-Saison 2007/2008 einen etwas holperigen Start, doch am Ende der Saison konnte die Mannschaft noch einen achtbaren 6.Tabellenplatz erreichen. Mit diesem Ergebnis hatte Trainer Frerix sein erklärtes Saisonziel erreicht, nämlich als Landesligabsteiger nicht in die Kreisliga durchgereicht zu werden.
Claus Frerix gab sein Amt als Cheftrainer am Sportplatzring im Sommer 2008 an Bernd Rode (der zuvor 3 Jahre die 2.  Herren gecoacht hatte) ab, um nach eigener Aussage in Zukunft mehr Zeit für seine Familie zu haben.


Tiefer Sturz von der Landesliga in die Kreisklasse nach weiteren Abstiegen in den Jahren 2011 und 2012

Die ersten beiden Jahre unter Trainer Bernd Rode machten noch Hoffnung auf eine evtl. Rückkehr in die Landesliga. In der Saison 2008/2009 konnte man sich in der Tabelle um 2 Ränge auf den 4. Platz steigern, der 2. Tabellenplatz in der Saison 2009/2010 bedeutete dann sogar die Teilnahme an der Aufstiegsrunde in die Landesliga.

 

In dieser Aufstiegsrunde, die sang- und klanglos vergeigt wurde, muss es eine entscheidende Trendwende zur Leistungsbereitschaft in der Mannschaft gegeben haben, es mangelte plötzlich an der Einstellung. So durfte es in der Nachbetrachtung leider nicht überraschen, dass es in der Saison 2010/2011 einen gnadenlosen Absturz in den Tabellenkeller bis zum Abstieg in die Kreisliga gab. Das wiederum hatte zur Folge, dass bis auf einen Spieler der gesamte Kader den Verein verließ.

 

In dieser schwierigen Situation kehrte Claus Frerix zur Saison 2011/2012 an den Sportplatzring zurück und übernahm Verantwortung als Fußball-Abteilungsleiter, Liga-Obmann und Trainer in Personalunion. Die von ihm neu zusammengestellte Mannschaft startete noch mit einigen guten Ergebnissen in der Pokal- und Punktspielrunde in die neue Saison, doch nach der Hälfte der Punktspiel-Hinrunde ging es steil nach unten bis zum Abstieg in die Kreisklasse.

 

Fortsetzung folgt...